Das Grundprinzip der Kostenberechnung
Die Ermittlung der Stromkosten für ein reines Elektrofahrzeug lässt sich mit einer sehr einfachen Rechenmethode durchführen. Sie benötigen für die Überschlagsrechnung lediglich zwei zentrale Parameter: den Energiebedarf des Fahrzeugs und den aktuellen Tarif Ihres Stromanbieters. Die grundlegende Formel lautet: Der Verbrauch in Kilowattstunden pro 100 km wird mit dem Preis pro Kilowattstunde multipliziert. Diese einfache Rechnung liefert Ihnen die reinen Energiekosten für eine Strecke von einhundert Kilometern. Sie können diese Methode sowohl für den Strom aus der heimischen Wallbox als auch für das öffentliche Laden an einer Ladesäule anwenden.
WLTP-Verbrauchsangaben als Basis
Für die Berechnung können Sie im ersten Schritt die offiziellen Herstellerangaben heranziehen. Diese werden nach dem standardisierten WLTP-Messverfahren ermittelt und bieten einen verlässlichen Richtwert. Die Werte variieren je nach Modell, Fahrzeuggröße und Karosserieform. So liegt der Stromverbrauch kombiniert beim BYD Dolphin beispielsweise bei 15,9–15,2 kWh/100 km. Der etwas größere BYD Atto 3 EVO weist einen Stromverbrauch kombiniert von 17,8–16,4 kWh/100 km auf. Bei einem noch leistungsstärkeren Modell wie dem BYD Sealion 7 beträgt der Stromverbrauch kombiniert 21,9–19,9 kWh/100 km. Diese kombinierten Verbrauchswerte bilden eine hervorragende theoretische Grundlage für Ihre Kalkulation.
Ladeverluste bei der Kalkulation berücksichtigen
Bei der genauen Berechnung der Kosten sollten Sie jedoch beachten, dass beim Stromtanken sogenannte Ladeverluste auftreten. Das bedeutet, dass immer geringfügig mehr elektrische Energie aus dem Stromnetz bezogen und an der Ladesäule abgerechnet wird, als letztendlich als Reichweite in der Hochvoltbatterie gespeichert werden kann. Wenn Sie das Fahrzeug mit Wechselstrom (AC) laden, wandelt das Bordladegerät des Fahrzeugs den Strom um, wobei Wärme und damit Verluste entstehen. Auch beim Schnellladen mit Gleichstrom (DC) oder bei der Kühlung der Batterie während des Ladevorgangs wird zusätzliche Energie benötigt, die Sie in Ihre endgültige Rechnung einbeziehen sollten.
Alltagsabweichungen im realen Betrieb
Neben den Ladeverlusten weicht der tatsächliche Verbrauch im Alltag häufig von den offiziellen WLTP-Angaben ab. Zahlreiche Faktoren beeinflussen den Energiebedarf während der Fahrt. Im Winter führen kalte Temperaturen dazu, dass die Batterie temperiert und der Innenraum beheizt werden muss, was den Verbrauch steigert. Auch die persönliche Fahrweise, die gewählte Geschwindigkeit auf der Autobahn und das individuelle Streckenprofil haben einen großen Einfluss. Für eine exakte und realitätsnahe Kostenkontrolle ist es daher ratsam, nicht nur die offiziellen Normwerte zu nutzen, sondern den langfristigen Durchschnittsverbrauch direkt im Bordcomputer des Fahrzeugs abzulesen und diesen Wert für die eigene Berechnung der Stromkosten pro 100 km zu verwenden.
Häufige Fragen
Wie lautet die einfache Rechenmethode für die Stromkosten?
Die Rechnung lautet: Verbrauch in Kilowattstunden pro 100 km mal Preis pro Kilowattstunde. Das Ergebnis sind die Kosten für einhundert Kilometer.
Was bedeuten Ladeverluste für die Kosten?
Aufgrund von Ladeverlusten durch Umwandlung und Kühlung wird an der Ladesäule oder Wallbox etwas mehr Strom abgerechnet, als in der Batterie effektiv ankommt.
Warum weicht der Verbrauch im Alltag oft ab?
Faktoren wie die persönliche Fahrweise, der Betrieb der Heizung im Winter und das konkrete Streckenprofil sorgen dafür, dass der reale Verbrauch von den WLTP-Normwerten abweichen kann.
Quelle: Herstellerangaben auf byd.com/de, Stand Oktober 2026; Angaben ohne Gewähr.